Hintergrund

Stift und Stadt Säckingen unter Habsburger Herrschaft

Der zweite Teil der Geschichte des Säckinger Stifts umfasst die Jahrhunderte unter Habsburger Herrschaft vom 14. Jahrhundert bis zu seiner Auflösung im Jahre 1806.

Säckingen um 1500
Säckingen um 1500

Diese Grafik der mittelalterlichen Stadt gibt eine recht gute Vorstellung der räumlichen Anordnung von Stift und Stadt auf dem nördlichen Teil der Rheininsel.
(Originalgrafik: Stadtarchiv Bad Säckingen)

Gallusturm
Der Gallusturm, erbaut 1343 an
der Nordspitze der ehemaligen

Die Reichsunmittelbarkeit des Klosters wich vor der sich vehement ausbreitenden Landesherrschaft zurück. Die Grundherrschaft umfasst nur noch die engere Umgebung Säckingens. Als neue politische Kraft hatte sich die junge Stadt Säckingen entfaltet. In einem Freiheitsbrief von 1316 erneuert die Äbtissin die Rechte der Stadt. Es folgte eine Zeit harter Auseinandersetzungen zwischen Stift und Stadt.

Die zweite Hälfte des 14. Jahrhundert war bestimmt vom Freiheitskampf der Schweizer gegen Habsburg-Österreich, in dessen Folge das Stift schwere wirtschaftliche Einbussen erlitt. Am Ende vergab das Stift Säckingen und Laufenburg als Lehen an den Herzog von Österreich, wodurch diese Städte vollständig unter Habsburger Hoheit gerieten.

1445 erreichte der Kampf um die Schweiz auch Säckingen; eine Belagerung durch Basler Truppen und ein langer Aufenthalt der Habsburger Besatzungstruppen verschlechterten die Lage sehr. Nach einer Ruhepause durch den Frieden von Breisach verpfändete Herzog Sigmund von Österreich Säckingen mit der Waldstädten und der Umgebung an Herzog Karl den Kühnen von Burgund, und schon bald darauf mussten Säckinger an den Burgunderkriegen teilnehmen. Schon 1499 plünderten Schweizer während des Schwabenkrieges das Land.

Die Stadt Säckingen hatte sich zu einem funktionierenden Gemeinwesen entwickelt. Das wichtigste Organ war der Rat, der wohl anfangs als Interessens vertretung gegenüber dem Stift gegründet worden war.

Die Mitglieder behielten ihr Amt meist auf Lebenszeit. Der Schultheiß war der Vorsitzende und vertrat die städtische Gerichtsbarkeit. 1467 erhielt die Stadt von den Habsburgern die volle Gerichtsbarkeit und wurde damit nahezu unabhängig bis zum Übergang an das Großherzogtum Baden im Jahr 1806.

Schloss Schönau
Schloss Schönau

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