Die Geschichte Bad Säckingens
 
 

Mittelalter: Anfänge der Stadt Säckingen

Anfänge, Lage, Namen, Stadtgründung

Parallel zur Entwicklung des Stifts entstand die Stadt Säckingen aus einer rasch wachsenden Marktsiedlung. Der Name Säckingen weist durch seine Endung auf eine alemannische Gründung hin, kann aber auch keltische Ursprünge haben. Die ursprüngliche Bedeutung des Ortsnamens ist nicht bekannt. Ältere Schreibweisen sind Seckinga, Sechingen, Seckingen und Säkkingen. Bad Säckingen wurde es im Jahre 1978.

Die eigentliche Stadt Säckingen lag bis 1830 auf einer Rheininsel; auf dem rechten (deutschen) Ufer lag die Vorstadt. Von der Insel führten zwei Brücken über die Rheinarme und verbanden die Stadt mit dem Umland. 1830 wurde der rechte, verlandete Rheinarm zugeschüttet.

Auch über die Gründung des Marktes und der Stadt Säckingen durch das Stift sind keinerlei Urkunden erhalten. Aus vergleichenden Studien geht man davon aus, dass der Markt Säckingen im 10. oder 11. Jahrhundert gegründet wurde. Eine Marktgründung geschah aus wirtschaftlichen Gründen, um eine Institution für Absatz und Tausch landwirtschaftlicher Produkte zu haben. Der Säckinger Markt lag abseits der Fernstrasse am linken Rheinufer auf der Rheininsel und konnte somit nur eine regionale Bedeutung haben.

Merianstich, 1644
Die bekannteste alte Darstellung Säckingens, der "Merianstich" aus
dem Jahr 1644, Ansicht vom Schweizer Ufer
(Originaldruck: Stadtarchiv Bad Säckingen)

Stadtplan
Lageskizze der mittelalterlichen Stadt
Skizze: Stadtarchiv Bad Säckingen

Die Säckinger Rheininsel war in nördlichen Teil bebaut; der südliche Teil, die "Au",wurde landwirtschaftlich genutzt. der bebaute Teil mit seinem dreieckigen, nur wenige hundert Meter langen Grundriss war hauptsächlich von den Anlagen des Stifts bedeckt. Im Zentrum, dem heutigen Münsterplatz, lag der große "Seelhof", die karolingische Königspfalz. Daneben verliefen die wenigen Strassen der kleinen Ansiedlung. Der Markt lag in der südlichen Steinbrückstraße, die bis ins 19. Jahrhundert Marktgasse hieß. Die Marktgründung erfolgte auf stiftseigenem Grund.

Als Reichsstift unterstand das Kloster nur der Rechtssprechung des König. Die Gerichtsbarkeit nahm stellvertretend der Klostervogt wahr. Sehr bald nach Übernahme der Vogtei durch die Habsburger wurde das Vogteilehen zum Erblehen. Aus diesem Grund wurde Säckingen keine freie Reichsstadt, sondern zählte immer zum habsburgischen Erbbesitz.

Ansicht von Mumpfer Fluh
Diese aktuelle Ansicht von der Mumpfer Fluh zeigt recht genau die
Lage der ehemaligen Rheininsel. Der rechte Rheinarm begann in der
Biege unterhalb des Kraftwerks und erstreckte sich bis zu der Baumgruppe
im Vordergrund am Ufer rechts. Im unteren Teil des ehemaligen Flussarms
floss bis in die 70er Jahre der Giessenbach. Vor einigen Jahren wurden
fast alle alten Pappeln gekillt und eine "Renaturierung" des Baches begonnen.

Wappen Bad Säckingens
Quelle:
Stadtarchiv
Bad Säckingen

Siegel und Wappen.
Das älteste Säckinger Siegel zeigt den "Siechenmann", einen kranken Wanderer mit Krückstock und Trinkschale, was wohl auf die alte Tradition des Säckinger Thermalbades hinweist. Spätere Siegel zeigen den heiligen Fridolin mit dem toten Urso, darunter in einem Schild das Wappen mit dem Sack. Das Wappen zeigt einen weißen Sack in schwarzem Feld mit darüberliegendem weißen Schildhaupt. Das weiße Schildhaupt wurde später zu rot geändert.
Weitere detaillierte Informationen finden Sie wiederum in "Säckingen. Die Geschichte der Stadt" im Stadtarchiv.

Bad Säckingen vom Schweizer Ufer

Weitere Entwicklung von Stift und Stadt

 

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