Oft treiben meine Gedanken durch Bücher und Träume einer verklärten Vergangenheit. Irgendwie fühle ich mich hier in der Gegenwart nicht zu Hause. Wunderbare Nahrung im Überfluss, ein komfortables Gesundheitswesen, die Sicherheit zu wissen, dass man sehr wahrscheinlich nicht erschlagen wird – kann das die Leere, die Ödnis aufwiegen, die die heutige Zeit in uns weckt? Die Helden meiner Bücher sind Griechen, Karthager, Phönizier, Assyrer, Germanen, Kelten.
Diese Seite bietet eine Liste meiner geliebten Bücher. Man wird dadurch nicht glücklicher, aber es entsteht eine Ahnung, ein Sehnen, das mir hilfreicher erscheint als die Verzweiflung einer sinnentleerten Gegenwart.
Alles viel zu ernst? Keine Angst, die Bücher haben mich oft zum herzlichen Lachen gebracht und kleine Tränen hervorgezaubert, die im wirklichen Leben eisern verschlossen bleiben.
Seit Jahren sind meine Favoriten Gisbert Haefs und Joachim Fernau. Hinzu kommt Umberto Eco, sowie eine Reihe Bücher, die ich vor längerer Zeit gelesen habe.
Jahrgang 1950, ist freier Schriftsteller, Herausgeber und Übersetzer und Autor historischer Romane.
Die Entwicklung der makedonischen Herrschaft am Ende der griechischen Blütezeit. Das Leben Philipps, Alexanders Vater und die Jugend des großen Eroberers. Die Geschichte ist manchmal grausam; die Verschwörer, die Philipp töten ließen, werden gefoltert und umgebracht. Alexander lässt auch den ersten Thronfolger Amynthas umbringen. Aber das Leben blitzt, dass es eine Freude ist. Die wahren Helden in Haefs Romanen sind die die wohlhabenden reisenden Händler, erfundene Personen, die die Geschichten berichten und an ihnen maßgeblich teilhaben. Wie gern möchte man das Buch wegwerfen und in die Geschichte eintreten, auf dem Schiff des Händlers anheuern und am Leben teilnehmen …
Die Fortsetzung. Der Eroberungszug Alexanders nach Asien. Er erschafft das größte Weltreich der Geschichte. Ein fragwürdiger Mensch, hemmungslos und abgöttisch geliebt. Je näher er sich den Göttern fühlt, umso mehr bricht er die Treue zu den Treuesten, ohne für alle anderen seine Faszination zu verlieren. Sein strahlendes Wesen erstickt
jede Kritik. Ein Reich von Hellas bis zum Indus und in die Tiefe der asiatische Steppe (heute Kasachstan). Alexanders früher Tod. War alles nutzlos? Es folgten die "Diadochenkriege" um seine Nachfolge. Aber die Teilreiche von Seleukos und Ptolemaios hielten mehr als ein
Jahrhundert.
Der Roman Karthagos. Ist es nicht immer eine Freude, wenn der Tabellenführer eins in die Fresse bekommt? Kern der Handlung ist der Kampf um die Vorherrschaft im westlichen Mittelmeer zwischen Rom und Karthago. Während Karthago auf einen Ausgleich der Interessen aus ist, wollen die Römer den Konkurrenten von Anfang an verdrängen und besiegen. Selbst in bitterster Bedrängnis lehnt Rom jedes Friedensangebot ab. Hannibal zieht mit seinem Heer durch Spanien, Frankreich und die Alpen ins römische Reich und bringt es an den Rand der Vernichtung. Vielleicht war er zu edel, um Rom zu vernichten; jedenfalls misslingt das Unternehmen schließlich, scheitert an der mangelnden Unterstützung der Heimatstadt, und "Qart Hadasht" wird besiegt und völlig zerstört.
Ein spannender Krimi aus der Zeit zwischen dem 2. und dem 3. Römischen Krieg (Punischen Krieg). Bomilkar, Polizeichef von Qart Hadascht, und Laetilius, ein römischer Gesandter, untersuchen den rätselhaften Mord an einem römischen Kaufmann. Bösartige Intrigen im alten "Karthago", das vor meinem Auge so plastisch aufsteigt, dass ich mich am liebsten ins Getümmel werfen würde. Auch die vermissten Hauptfiguren aus "Hannibal" erscheinen im Verlauf der Geschichte. (nur noch antiquarisch erhältlich: www.zvab.de)
Das Buch ist etwas schwieriger zu lesen wegen der zahllosen Namensvariationen.
Ist es nicht grauenhaft? Wer hat nicht den Film "Titanic" gesehen und, obwohl das Ende bekannt war, gehofft, das Geschick möge abgewendet werden! So ging es mir auch in diesem Buch.
Aufgeteilt über viele Tage Lesen betrat ich die Geschichte. Ich saß mit den Achäern am Lagerfeuer, fraß aufgeweichte Körner, trank Essigwein, hörte ihre Geschichten. Ging durch die Vorstadt Trojas, sah das hoffnungsfrohe Treiben kurz vor dem Ende. In diesem Buch ist das Grauen ganz nah. Abschlachten, Ausrotten, aus "politischen Gründen". Die ganze Welt in der Hand einiger Großmächte. Und dazwischen Schönheit. Das Meer, die Schiffe der Händler, die friedliche Insel, das weite Herz edler Männer.
© 2011: Marco Schwarz